Backen auf dem Campingkocher: Brot und Fladen ohne Backofen
Ein Campingkocher leistet mehr als Nudeln und Kaffee. Wer die Hitze kontrolliert und den Deckel richtig einsetzt, kann darauf echtes Brot und Fladen backen. Entscheidend sind drei Dinge: eine schwere Pfanne mit gut schließendem Deckel, eine gleichmäßige, eher niedrige Flamme und ein Teig, der nicht zu feucht ist. Ein Gaskocher mit verstellbarer Zufuhr eignet sich besser als ein Spirituskocher, weil sich die Temperatur feiner regulieren lässt.
Für Fladen braucht es keinen Sauerteig und keine lange Gehzeit. Mehl, Wasser, Salz, ein Esslöffel Öl und etwas Backpulver reichen aus. Den Teig fünfzehn Minuten ruhen lassen, dann zu flachen Scheiben ausrollen. Die Pfanne wird trocken erhitzt, der Fladen kommt hinein, und nach zwei Minuten bilden sich Blasen. Wer es schneller und ohne offene Flamme möchte, findet bei Fladenbrot aus der Pfanne eine Anleitung, die genau diesen Weg beschreibt. Umdrehen, kurz nachdrücken, fertig.
Ein Laib mit Hefe ist anspruchsvoller, aber machbar. Der Teig muss zweimal gehen, das kostet Zeit, nicht Aufmerksamkeit. Gebacken wird in einer Pfanne mit Deckel bei kleiner Flamme, damit die Unterseite nicht verbrennt, bevor die Mitte gar ist. Nach etwa zwanzig Minuten den Deckel abnehmen, damit die Kruste trocknet. Ein umgedrehter Topf über der Pfanne tut denselben Dienst. Ohne Deckel wird das Brot oben blass und innen klitschig.
Die größte Fehlerquelle ist zu viel Hitze. Wer die Flamme aufdreht, weil es schneller gehen soll, bekommt außen Kohle und innen rohen Teig. Besser ist es, die Pfanne vorzuheizen und dann zurückzuschalten. Auf einem Campingplatz riecht das nach mehr als Notlösung, und ein warmer Fladen mit Öl und Salz schmeckt besser als jedes Supermarktbrot.